Standortschließungen in Bayern - Offener Brief an den Bundesminister der Verteidigung

23. Oktober 2011 | Bundeswehr / Verteidigung

In folgendem offenen Brief an den Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière geht der Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Burkert auf die ungewisse Zukunft des Bundeswehrstandortes Roth ein.

Sehr geehrter Herr Minister,

mit der Neuausrichtung der Bundeswehr stehen bekanntermaßen etliche bayerische Standorte zur Disposition. Dadurch gibt es bereits vor der Bekanntgabe der Details der Bundeswehrreform viele Gerüchte, ob auch der Standort Roth verkleinert oder geschlossen werden soll. Bayern hat schon einige Standortauflösungen hinnehmen müssen. Oftmals gelang die zivile Weiternutzung nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang. Ergebnis sind viele leer stehende, ungenutzte Areale. Mit 68 Bundeswehrstandorten und rund 50.000 Dienstposten gibt es in Bayern mehr Bundeswehrstandorte als in jedem anderen Bundesland. Die Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth ist als stärkster bayerischer Standort ein nicht zu ersetzender Arbeitgeber und existentieller Wirtschaftsfaktor in der Region Roth und Nürnberger-Land. Derzeit leisten dort rund 2.800 Soldaten ihren Dienst.

Der Oberbürgermeister von München, Christian Ude, hat einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, in dem er anregt, dass Großstädte wie München zu Gunsten der Standorte im ländlichen Raum nach dem Motto "Stadt und Land, Hand in Hand" verzichten. Die Großstädte sind sogar auf die durch Standortschließungen freiwerdenden Flächen für die Stadtentwicklung angewiesen.

Sehr geehrter Herr Minister, ich darf Sie sehr herzlich bitten, diese Möglichkeit zu prüfen. In Roth und im Nürnberger Land erfährt die Bundeswehr eine hohe Wertschätzung und hat eine enge Verbindung zur Gesellschaft. Sie als Oberleutnant der Reserve wissen um die Wichtigkeit der Verankerung der Bundeswehr in der Gesellschaft. Besonders nach dem Ende der Wehrpflicht darf die Bundeswehr nicht den Kontakt zur Bevölkerung verlieren oder sich gar abspalten. Jedoch werden nur Standorte vor Ort genügend Freiwillige anregen, den Dienst bei der Bundeswehr anzutreten. Denn die Standorte rekrutieren ihren Nachwuchs weitgehend aus der Region. Die Soldatinnen und Soldaten in der Umgebung haben hierbei eine enorme Vorbildfunktion. Denn nur wenn junge Menschen diese Möglichkeit kennen, ziehen sie den freiwilligen Dienst in Betracht.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Burkert

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