Parteiengespräch mit dem Bauernverband

26. Juli 2012 | Landwirtschaft und Ernährung

LANDKREIS ROTH - Es war ein Novum in der Historie der Landkreis-SPD und des Bauernverbandes. Zum ersten Mal kamen Vertreter des Rother SPD-Kreisvorstandes mit der Spitze des hiesigen Bayerischen Bauernverbandes (BBV) zusammen, um gemeinsame Positionen und Handlungsempfehlungen für die Agrarpolitik zu entwickeln. Nach dem vierstündigen Gespräch samt gemeinsamer Betriebsbesichtigung in Eysölden zeigte sich: Gerade in den Bereichen Direktvermarktung, Verbraucheraufklärung und in Belangen des Tier- und Umweltschutzes gab es viele Übereinstimmungen zwischen SPD und BBV.

Sich einfach nur zum Gespräch verabreden war den Mitgliedern des SPD-Kreisvorstandes zu wenig. Zusammen mit der zweiten Thalmässinger Bürgermeisterin, Ursula Klobe hatte Kreisobmann Thomas Schmidt deshalb eine Hofführung auf dem Betrieb der Familie Dorner in Eysölden organisiert. Hier erfuhren die Sozialdemokraten ganz praktisch den Arbeitsalltag und die Herausforderungen eines Landwirts im Jahr 2012. Besonders angetan waren Georgensgmünds Bürgermeister Ben Schwarz und der Kreisvorsitzende Sven Ehrhardt vom fortschreitenden Grad der Technologisierung, der sich unter anderem in einem automatischen „Melk-Roboter“ zeigte. So könne er die nötige Qualität sichern, erklärte Betriebsinhaber Manfred Dorner seinen Gästen. Auf dem vielseitigen Eysöldener Betrieb gab es von moderner Schweinehaltung, Bullenmast bis hin zur Direktvermarktung die Vielfältigkeit der Landwirtschaft zu entdecken. Vor allem mit der Übernahme der Wärmeversorgung nicht nur im Eysöldener Kindergarten sei die Familie Dorner ein „Vorreiter“ der Energiewende. Im Anschluss diskutierten BBV-Kreisobmann Thomas Schmidt, Kreisbäuerin Annette Götz mit ihren Stellvertretern Richard Götz und Barbara Stürmer sowie der Betriebsleiterfamilie im Eysöldener Schloß mit den drei SPD-Kreisvorständen Ben Schwarz, Ursel Klobe und Sven Ehrhardt die Positionen in Sachen Direktvermarktung, Verbraucheraufklärung und Belangen des Tier- und Umweltschutzes. Kreisbäuerin Götz sah auch die Kommunalpolitik gefordert, das Bewusstsein der Verbraucher hin zum regionalen und vor allem gesunden Einkaufen zu schärfen. Mit Aktionen wie „Landfrauen machen Schule“ versuche der BBV, bereits frühzeitig für richtige Ernährungsweisen zu sensibilisieren. Erlebnisbäuerin Barbara Stürmer betonte, dass die Landfrauen im Bauernverband schon heute für jedes Schulkind einmal eine Betriebserkundung auf dem Bauernhof anböten. Für Ursula Klobe war der erlebnispädagogische Ansatz „vor Ort“ der richtige Weg, verband sie damit doch die Hoffnung, „dass die Kinder anschließend auch ihre Eltern erziehen“. Kreisobmann Schmidt und Georgensgmünds Bürgermeister Schwarz betonten, dass Landwirtschaft und Umweltschutz keine „Gegner“ seien, erfüllten gerade die Landwirte wichtige Aufgaben für die Erhaltung der von der Landwirtschaft geprägten Kulturlandschaft die weit über reine Landschaftspflege hinausgehen. Bei in der öffentlichen Diskussion stehenden Projekten wie Windkraftanlagen, Mastbetrieben oder Biogasanlagen sei es daher wichtig, offen das konstruktive Gespräch zu suchen und „miteinander“ anstatt „übereinander“ zu sprechen, „emotionale Diskussionen“ würden hier nicht weiterhelfen. Der stellvertretende Kreisobmann Richard Götz trug den Sozialdemokraten die Kritik des Bauernverbandes an der geplanten Reform der europäischen Agrarpolitik vor. Insbesondere der Plan, die Subventionen an die Stilllegung von sieben Prozent der eigenen Ackerfläche als ökologische Ausgleichsflächen zu binden, würde Landwirte im Landkreis Roth empfindlich treffen. Der SPD-Kreisvorsitzende Sven Ehrhardt zeigte sich der Argumentation des BBV aufgeschlossen gegenüber. Wie Kreisobmann Thomas Schmidt halte er es prinzipiell für richtig, die finanzielle Unterstützung zukünftig verstärkt an den praktizierten Umweltschutz zu koppeln, daraus dürfe sich im europäischen Vergleich keine Benachteiligung hiesiger Bauern ergeben. Zum Abschluss vereinbarten beide Seiten, das konstruktive Gespräch auch in Zukunft fortführen zu wollen und das „Parteiengespräch“ zwischen SPD und BBV zu einer regelmäßigen „Institution“ ausbauen zu wollen.

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