Gleichstromtrasse Süd-Ost

26. Juni 2014 | Energiepolitik

Mobilmachen gegen Stromautobahn Süd-Ost!

Die Stromtrasse ist nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde mit Beteiligung der CSU beschlossen.

Stellungnahme der Kreitagsfraktion

Ein Artikel von Christine Rodarius

Zugegeben: Das Szenario in der Nürnberger Meistersingerhalle Ende Januar hat Erinnerungen an den Widerstand gegen Wackersdorf geweckt. Der Protest gegen die geplante Mega-Stromtrasse quer durchs Land treibt die Bürger auf die Straße.

Was macht die Menschen so wütend?

Um in den nächsten 10 Jahren das Abschalten der Atomkraftwerke „aufzufangen“, sieht der neue Bundesnetzentwicklungsplan (www.netzentwicklungsplan.de) vor, dass 4 lange Stromautobahnen quer durch Deutschland gebaut werden. Verbunden mit ungeheuren Kosten und noch nicht bekannten gesundheitlichen Auswirkungen für Mensch und Tier.

In unserer Region handelt es sich um die Mega-Strom-Passage vom sächsischen Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) bis nach Meitingen (Bayern).

Gleichstromtrasse Google Maps

Die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost, die quer durch Bayern – auch durch Mittelfranken (sowie durch den Landkreis Roth [Hilpoltstein, Thalmässing, Greding]) – gehen soll, schlägt vor Ort hohe Wogen. Die Bürgerinnen und Bürger haben zu Recht Angst vor Gesundheitsschäden. Und sie wollen ihre Landschaft nicht von 75 m hohen Strommasten verschandelt wissen. Die Notwendigkeit dieser Stromtrasse wurde bislang nicht nachvollziehbar begründet. Der Hilpoltsteiner SPD geht es NICHT um das Floriansprinzip!

Stromautobahn nicht vielleicht überflüssig?

Renommierte Wissenschaftler hegen daran erhebliche Zweifel, u.a. Prof. Dr. Jarass der RheinMain-Hochschule sowie Prof. Christian von Hirschhausen, Leiter des Forschungsbereichs Energie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Das DIW kommt nach verschiedenen Analysen in den letzten zwei Jahren zu dem Schluss, dass die Kraftwerks- und Leitungskapazitäten in Süddeutschland und Österreich ausreichen, um Bayern mit Strom zu versorgen – auch wenn alle bayerischen Atomkraftwerke vom Netz gegangen sind.

Wird mit diesem Neu-/ Ausbau nicht eher das Bestreben der Kommunen konterkariert, auf die regionale regenerative Energiegewinnung zu setzen? Viele von der Stromtrasse betroffene Landkreise haben die Energiewende auf regionaler Ebene vorangetrieben und wollen den hohen Anteil an regenerativen Energien, die aus der Region für die Region bereitgestellt werden, ausbauen. Dafür müssten die Netze ausreichen!

Uns geht es nicht darum, wo die „Gleichstrompassage Süd-Ost“ verlaufen wird. Wir wollen keine Gemeinde gegen die andere ausspielen – nach dem Floriansprinzip: Strommasten ja, aber bitte nicht vor meiner Tür. Erst mal geht’s um: Notwendig? Ja oder Nein?

Sorge: Soll ausfallender Atomstrom durch schmutzigen Braunkohlestrom ersetzt werden?

10 bzw. 40 Kilometer vom Einspeisepunkt in Lauchstädt befinden sich zwei Braunkohlekraftwerke (Lippendorf und Schkopau). Der Zielpunkt der Trasse in Meitingen liegt unmittelbar vor den Toren eines Stahlwerks und 35 Kilometer vom Atomkraftwerk Gundremmingen entfernt. 2021, also pünktlich zur geplanten Einweihung der HGÜ-Trasse, soll dieses Kraftwerk stillgelegt werden. Schuft, wer Böses denkt: Dient die neue Leitung nicht dazu, den ausfallenden Atomstrom durch schmutzigen Braunkohlestrom zu ersetzen? Dass die Trasse tatsächlich für die Energiewende notwendig ist, ist noch nicht belegt.

Was spricht gegen die Trasse?

  • Es gibt noch keinen gesetzlichen Mindestabstand zur Wohnbebauung. Das einzige, worauf man sich anscheinend geeinigt hat: Häuser sollen nicht direkt mit Masten überbaut werden.
  • Lediglich Schutzstreifen von maximal 70 Metern sind geplant: 35 m links und rechts von einem Strommast entfernt dürfen keine hohen Sträucher oder Bäume stehen (wegen der Baumfallgrenze).
  • Die Trasse wurde als reine Freileitungstrasse geplant. Für eine Erdverkabelung gibt es laut Netzbetreiber AMPRION keine gesetzliche Grundlage. Außerdem wäre das um ein Vielfaches teurer.
  • Die Masten werden ca. 65 – 75 m hoch in die Luft ragen, in einem Abstand von ca. 400 m.
  • Ob die elektromagnetischen Felder, die eine solche Freileitung erzeugt, die Gesundheit der Anwohner gefährden, wurde noch nicht untersucht. Grenzwerte sind von Land zu Land verschieden. Sollen wir zum Pilot-Projekt gehören?
  • Das dezentrale Konzept wird nicht berücksichtigt – das soll Teil der Energiewende sein?

Was können wir (zunächst) tun? Was können Sie tun?

Christine Rodarius, Stadträtin Hilpoltstein / Kreisrätin LK Roth

Fotos: Heinz Tschabrunn

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