Bildungspolitischer Scherbenhaufen im neuen Jahrzehnt

25. Januar 2010 | Bildungspolitik

SPD- Ortsvorsitzende diskutieren über Mittelschulenreform und Maßnahmen der Mitgliederrekrutierung

Zu ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr konstituierte sich vergangenen Mittwoch die SPD- Ortsvereinsvorsitzendenkonferenz des Landkreises Roth. Auf der Agenda standen neben einer Beschlussfassung zum offiziellen Beitritt des Kreisverbandes zum neu gegründeten Verein „Energiebündel Roth- Schwabach e.V.“ auch die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur verstärkten Mitgliederpflege und –Rekrutierung, sowie ein Referat der Kreisvorsitzenden Christine Rodarius zur Reform der bayerischen Hauptschulen und damit verbundene Auswirkungen auf die Schullandschaft des Landkreises.

Augenmerk auf Neumitgliedergewinnung

In Zeiten des demographischen Wandels und allgemein rückläufigen Mitgliederzahlen quer über die Parteienlandschaften hinweg stellt die Mitgliederpflege- und –Rekrutierung eine der tragenden Säulen der politischen Arbeit des neuen Jahrzehnts. Ein Trend, den auch die BayernSPD erkannt hat. So arbeiten Landesvorstand und Bezirksvertretungen derzeit auf verschiedensten Ebenen an wirkungsvollen Konzepten zur verbesserten Kommunikation und Außendarstellung. Auch der SPD- Kreisverband wird in diesem Jahr ein Hauptaugenmerk auf die Integration seiner Mitglieder und die vermehrte Neumitgliedergewinnung richten. Die Ortsvereinsvorsitzenden verwiesen in diesem Zusammenhang zu Recht auf erst kürzlich abgelaufene Veranstaltungen wie das SPD- Neumitgliedertreffen im Rahmen der Büroeinweihung oder den rege besuchten Neujahrs-Frühschoppen des SPD- Ortsvereins Roth. Andere Ortsvereine – wie Georgensgmünd oder Rohr – konnten über erfolgreich ins Leben gerufene Stammtische berichten.

Bildungspolitischer Scherbenhaufen

Das erste Dialogforum zur Einführung der Mittelschulen im Landkreis Roth erfüllte den Anspruch eines offenen „Dialogs“ in keiner Weise. Vielmehr wurden hier Eltern, Lehrer und Kommunalpolitiker vor vollendete Tatsachen gestellt, so die Kreisvorsitzende Christine Rodarius. „Mit der Einführung der Mittelschule zementiert das bayerische Kultusministerium seine bildungspolitischen Fehlentscheidungen des letzten Jahrzehnts und verfestigt damit auch das im höchsten Maße selektive dreigliedrige bayerische Schulsystem. Wir brauchen keinen bloßen Etikettenwechsel, wir brauchen eine Grundrenovierung unseres Schulsystems“, unterstrich die Kreisvorsitzende die sozialdemokratische Forderung einer umfassenden Bildungsreform. Von der vom Kultusministerium versprochenen Freiwilligkeit eines Zusammenschlusses zur Mittelschule kann keine Rede sein. Spätestens wenn es um die Zuweisung von Geldern geht, werden die bestehenden kleineren Hauptschulen den Kürzeren ziehen. So stehen im Landkreis Roth Gemeinden wie Spalt, Abenberg und Georgensgmünd derzeit vor einem bildungspolitischen Scherbenhaufen. Obwohl sich die drei gut ausgestatteten Schulen durchaus zusammenschließen könnten, erfüllen sie nicht alle strikten Kriterien einer zukünftigen Mittelschule, so dass eine Kooperation mit der Kreisstadt Roth unausweichlich bleiben wird. Schülertourismus in bislang unbekanntem Maße wird hier die Folge sein.

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