Austausch in der Kindertagesstätte "Pfiffikus"

19. November 2012 | Familie / Jugend / Kinder

LANDKREIS ROTH - Die Arbeitsbedingungen von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, sowie die finanzielle Situation von Kindertagesstätten war Thema eines Besuches der Nürnberger SPD- Landtagabgeordneten Angelika Weikert, die sich gemeinsam mit dem Rother SPD-Kreisvorsitzenden und Landtagskandidat Sven Ehrhardt mit dem Geschäftsführer des AWO Kreisverbandes Roth-Schwabach, Rainer Mosandl austauschte.

Die Wendelsteiner AWO-Kindertagesstätte „Pfiffikus“ zähle trotz ihrer räumlich beengten Möglichkeiten zu den meistgefragtesten Betreuungseinrichtungen der Marktgemeinde, berichtete die Leiterin Susanne Eichhorn nicht ohne Stolz. Ein Erweiterungsbau für zwei Krippengruppen mit 24 Plätzen sei bereits in Planung, berichtete Geschäftsführer Mosandl. Doch die Bedingungen für freie Träger verschlechterten sich zunehmend. Kostenintensive Bau- und Unterhaltsmaßnahmen, an deren Finanzierung die Träger zunehmend beteiligt werden, sowie fehlende „Defizitverträge“ mit den Gemeinden, die finanzielle Sicherheit bringen würden, drohten sich auch auf die Qualität der Einrichtungen auszuwirken, so Mosandl. Der AWO-Kreisverband betreibe aktuell vier Krippen, vier Kindergärten sowie zwei Horte, berichtete die Referatsleiterin Christa Wilpert-Wittmann. Zwei neue Kindertagesstätten befänden sich aktuell im Bau.

Für die Nürnberger Landtagsabgeordnete Weikert umso erfreulicher, werde sich die finanzielle Ausstattung von Kitas doch trotz der angedachten Veränderungen im Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz nicht merklich verbessern. So berichtete sie als Mitglied des federführenden Sozialausschusses, dass entgegen der einhelligen Meinung von Opposition und Wohlfahrtsverbänden, Eltern im letzten Kindergartenjahr zwar ein Zuschuss von 50 Euro im Monat gewährt werden solle, die geforderten Verbesserungen bei der Gewichtung von Kindern mit erhöhten Risiken wie Entwicklungsverzögerungen jedoch ausbleibe.

Mosandl und Wilpert-Wittmann kritisierten in diesem Zusammenhang, dass viele Tätigkeiten, die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen der Familienberatung, Inklusion und Verwaltung Tag für Tag erbringen würden, in die Berechnungen der Zuschusshöhe nicht einfließen würden und damit aktuell von der Betreuungszeit für die Kinder weggenommen werden müssten. Auch für Fachberatung und Supervision, unverzichtbar für eine qualitativ gute Arbeit in den Kitas, werden keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus sei der im Bayerischen Erziehungs- und Bildungsplan verankerten Option "Ausbau der KiTas zu Familienzentren " dringend näher zu kommen, denn hier sei der niedrigschwellige Zugang der Eltern zu Unterstützungsmöglichkeiten optimal gegeben.

Der Rother SPD-Landtagskandidat Sven Ehrhardt forderte daher zum Abschluss mehr Unterstützung für die Träger von Betreuungseinrichtungen: „Mit den Millionen des schwarz-gelben Betreuungsgeldes hätten nicht nur 20.000 neue Krippenplätze in Bayern geschaffen werden können, sondern auch in die Qualität der Einrichtungen und in eine faire Bezahlung der Beschäftigten investiert werden“. Die Abgeordnete Weikert und der Kreisvorsitzende Ehrhardt versicherten zu Abschluss, die Kritik des Rother- Schwabacher AWO Kreisverbandes in die Diskussionen im Landtag einbringen zu wollen.

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